Albis Leasing Gruppe

Leasing-Glossar

Leasing Glossar

Unser Glossar definiert und erläutert Begriffe aus dem Bereich Leasing.

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Abhandenkommen

Grundsätzlich trägt der Leasing-Nehmer das Risiko des Abhandenkommens des Leasing-Objektes und ist regelmäßig vertraglich verpflichtet, die Objekte entsprechend zu versichern. Ggf. versichert der Leasing-Geber dieses Risiko auf Rechnung des Leasing-Nehmers. Der Leasing-Geber erhält einen Sicherungsschein von der Versicherungsgesellschaft.

Ablauf eines Leasing-Prozesses

Leasing-Prozesse können je nach Investitionsgut und Komplexität des Investitionsvorhabens unterschiedlich verlaufen. Im Einzelfall sollte hier mit der Leasing-Gesellschaft der Ablauf im Vorfeld geklärt werden. In der Regel verläuft ein Leasing-Prozess bei standardisiertenInvestitionsvorhaben wie folgt:

1.    Der Leasing-Nehmer stellt einen Leasing-Antrag an das Leasing-Unternehmen und fügt eine Kopie des Angebotes, der Bestellung oder des Auftrages für das Leasing-Objekt bei sowie sonstige zur Objekt- und Bonitätsbeurteilung notwendigen Unterlagen.


2.    Die Leasing-Gesellschaft führt neben der Bonitätsprüfung des Leasing-Kunden (Leasing-Nehmers) und Lieferanten eine Objekt- und Vertragsprüfung durch.


3.    Bei Annahme des Leasing-Antrages durch die Leasing-Gesellschaft (Leasing-Geber) erhält der Leasing-Nehmer eine gegengezeichnete Ausfertigung des Leasing-Vertrages sowie ein Formular für die Abnahmebestätigung. Weitere Vertragsunterlagen sind je nach Konstruktion und Vereinbarungen denkbar.


4.    Die Leasing-Gesellschaft bestellt sodann das gewünschte Objekt beim Lieferanten mit dem Auftrag, direkt an den Leasing-Nehmer zu liefern. Möglich ist auch, dass der Leasing-Geber in eine bereits erfolgte Bestellung des Leasing-Nehmers eintritt.


5.    Nach Erhalt des Leasing-Objektes übermittelt der Leasing-Nehmer die Abnahmebestätigung rechtsverbindlich unterschrieben an den Leasing-Geber. Dieser bezahlt anschließend die Rechnung der Lieferfirma. Damit sind die Voraussetzungen für den Beginn der Vertragslaufzeit erfüllt.


6.    Beginn der Vertragslaufzeit ist in der Regel der 1. oder 15. eines Monats. Tagesgenauer Vertragsbeginn ist beim Fahrzeugleasing mit dem Tag der Zulassung üblich.


7.    Der Leasing-Nehmer erhält die Leasing-Rechnung mit den endgültigen Vertragsdaten (Beginn der Vertragslaufzeit, Leasing-Bemessungsgrundlage, Leasing-Raten usw.). Das Leasing-Entgelt wird üblicherweise im Lastschriftverfahren eingezogen.


8.    Bei Vertragsende erfolgt die Rückgabe des Objektes an die Leasing-Gesellschaft. Erfolgt keine Rückgabe des Objektes verlängert sich der Vertrag. Jede Partei hat dann das Recht zur Kündigung.

Ablehnung

Die Risikobeurteilung von Leasing-Engagements erfolgt auf der Grundlage von Kundenbonität, Objekt und Vertragskonstruktion. Mängel in einem oder mehreren Kriterien können zur Ablehnung eines Leasing-Antrages führen. Die Ablehnungsquote kann je nach Risikoeinschätzung des Leasing-Gebers unterschiedlich sein.

Abnahmebestätigung/Abnahmeerklärung

Der Lieferant liefert das Objekt direkt an den Leasing-Nehmer. Der Leasing-Nehmer untersucht das Leasing-Objekt auf Mängel, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem im Kaufvertrag Vereinbartem und teilt das Ergebnis dem Lieferanten und dem Leasing-Geber mit. Mit der Abnahmebestätigung beginnt die Vertragslaufzeit.

Abschlusszahlungen

Eine Abschlusszahlung wird für den Leasing-Nehmer dann fällig, wenn er einen kündbaren Leasing-Vertrag beendet, bevor die Investitionskosten voll amortisiert sind. Die Höhe der Abschlusszahlungen wird bereits bei Vertragsbeginn gestaffelt nach Kündigungsterminen festgelegt. Damit werden alle Pflichten aus dem Leasing-Vertrag erfüllt. Der Leasing-Geber verkauft anschließend das Investitionsgut bestmöglich und rechnet den größten Teil des Verkaufserlöses auf die Abschlusszahlung an.

Abschreibungszeit

Investitionsgüter des Anlagevermögens unterliegen der technischen, wirtschaftlichen und zeitlich bedingten Abnutzung. Sie können somit nur für eine bestimmte Dauer genutzt werden. Die darauf aufbauenden Abschreibungszeiten sind in den amtlichen AfA-Tabellen (Absetzung für Abnutzung) festgelegt. Die dort angegebene Nutzungsdauer dient als Anhaltspunkt für die Beurteilung der Angemessenheit der steuerlichen Absetzung für Abnutzung und orientiert sich an der tatsächlichen Nutzungsdauer eines unter üblichen Bedingungen arbeitenden Betriebes. Eine glaubhaft gemachte kürzere Nutzungsdauer kann der AfA zugrunde gelegt werden: So kann bei besonders intensiver Nutzung eines Wirtschaftsgutes, z. B. durch Mehrschichtbetrieb, die Nutzungsdauer verkürzt werden. Die betriebsindividuell festgestellte Nutzungsdauer bildet den Rahmen für die möglichen Laufzeiten eines Leasing-Vertrages (40-90- Prozent-Regel).

Absetzung für Abnutzung (AfA)

Dies ist der steuerliche Ausdruck für Abschreibungen. Abschreibung ist der Oberbegriff für alle möglichen Wertabsetzungen in der Bilanz. Die Wesentlichste ist die Absetzung für Abnutzung (AfA). Absetzungen für Abnutzungen kommen – wie der Begriff nahelegt – nur für abnutzbare Anlagegüter in Betracht. Sie sind zulässig für Gebäude und sonstige Wirtschaftsgüter, deren Verwendung oder Nutzung zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt.

Allgemeine Leasing-Bedingungen (ALB)

Allgemeine Leasing-Bedingungen (ALB) sind vertragliche Klauseln zur Standardisierung und Konkretisierung von Leasing-Verträgen.

Amortisation

Unter Amortisation versteht man die Deckung der für ein Investitionsgut aufgewendeten Anschaffungskosten aus dem damit erwirtschafteten Ertrag. Beim Leasing unterscheidet man Verträge mit Vollamortisation (VA) und solche mit Teilamortisation (TA). Bei VA-Verträgen deckt der Leasing-Nehmer während der (unkündbaren) Grundmietzeit mit seinen geleisteten Raten mindestens die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die Nebenkosten einschließlich der Finanzierungskosten des Leasing-Gebers. Bei Teilamortisationsverträgen decken die Leasing-Raten nur einen Teil der Anschaffungskosten. Um den noch nicht amortisierten Teil abzudecken, wird ein sogenanntes Andienungsrecht vereinbart. Der Leasing-Geber kann das Objekt nach Ablauf des Leasing-Vertrages zu einem vorher im Leasing-Vertrag vereinbarten Preis an den Leasing-Nehmer verkaufen. Anders als bei einer Kaufoption hat der Leasing-Nehmer kein Anrecht auf den Kauf des Objekts. Liegt ein kündbarer Leasing-Vertrag (Variante eines TA-Vertrages) vor, so hat der Leasing-Nehmer bei vorzeitiger Vertragsbeendigung eine Abschlusszahlung zu leisten. Hierdurch erzielt der Leasing-Geber die vorgesehene Vollamortisation.

Andienungsrecht

Bei Teilamortisationsverträgen decken die Leasing-Raten nur einen Teil der Anschaffungskosten. Um den noch nicht amortisierten Teil abzudecken, wird ein sogenanntes Andienungsrecht vereinbart. Der Leasing-Geber kann das Objekt nach Ablauf des Leasing-Vertrages zu einem vorher im Leasing-Vertrag vereinbarten Preis an den Leasing-Nehmer
verkaufen. Anders als bei einer Kaufoption hat der Leasing-Nehmer kein Anrecht auf den Kauf des Objekts.

Angebotswege im Leasing

Leasing wird über verschiedene Vertriebswege angeboten:


- Hersteller und Händler: Über die Hälfte des Leasing-Neugeschäfts wird über Hersteller und Händler angebahnt. Beim Hersteller-Leasing bieten Hersteller ihre Investitionsgüter im Rahmen von Leasing-Verträgen an. Beim Händlerleasing wird der Kontakt des Kunden zur Leasing-Gesellschaft durch den Händler hergestellt. Hersteller oder Händler nutzen Leasing als Mittel zur Absatzförderung in Kooperation mit einer Leasing-Gesellschaft bzw. beim Herstellerleasing über eine Tochtergesellschaft des Herstellers. Die Kunden erhalten vom Hersteller oder Händler ein Leasing-Angebot für die Anschaffung/Nutzung des Investitionsobjekts. Dies erleichtert dem Kunden seine Investitionsentscheidung und fördert den Absatz der Hersteller oder Händler. Diese Angebotsform wird auch Vertriebsleasing oder Vendorleasing genannt. 


- Direktvertrieb oder Direktleasing: Die Leasing-Gesellschaften akquirieren Kundenüber den eigenen Außendienst. Dieser Vertriebsweg macht etwa ein Viertel desNeugeschäfts aus.


- Bankschalter: Leasing wird als Finanzierungsalternative für Investitionen von einer Bank oder einem anderen Kreditinstitut angeboten.


- Vermittlung über Makler: Die Vermittler/Makler akquirieren die Kunden und handeln die Leasing-Verträge aus, die an Leasing-Gesellschaften weitergereichtwerden.


- E-Commerce: Geschäftsanbahnung und Abschluss wird über das Internetportal der Leasing-Gesellschaft oder eines Vermittlers hergestellt.

Ankaufsrecht

Bei Immobilien-Leasing- Verträgen erhält der Leasing-Nehmer in der Regel bereits bei Abschluss des Vertrages ein Ankaufsrecht der geleasten Immobilie zum Restbuchwert, das im Grundbuch eingetragen wird. Dieses Ankaufsrecht kann zum Ende der Leasing-Laufzeit ausgeübt werden.

Anpassungsklausel

In der Regel sind die Leasing-Raten für die gesamte Vertragslaufzeit fest vereinbart. Im Immobilien- und Großmobilien-Leasing können individuelle Anpassungsklauseln Änderungen während der Laufzeit vorsehen.

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten entsprechen in der Regel dem Kaufpreis des Herstellers/Lieferanten für das Objekt zuzüglich der Nebenkosten für Lieferung und Montage. Sie sind Grundlage für die Berechnung der Leasing-Raten sowie für die Aktivierung bei der Leasing-Gesellschaft.

Anschluss-Leasing- Vertrag

Bei Ablauf von Leasing-Verträgen ist ein Abschluss von Verlängerungs-Leasing- Verträgen bzw. Anschlussverträgen möglich. Wertmäßige Basis für den Anschlussvertrag ist bei Teilamortisationsverträgen mindestens der noch nicht amortisierte Restwert und bei Vollamortisationsverträgen der Restbuchwert oder niedrigere gemeine Wert (Marktwert). Für den Verlängerungszeitraum gilt die Rest-AfA- Zeit als Orientierung.

Anzahlungen

Lieferanten verlangen bei größeren Industriemaschinen und -anlagen in der Regel Anzahlungen, z. B. ein Drittel des Kaufpreises bei Auftragserteilung und weitere zwei Drittel bei Bereitstellung/Lieferung. Häufig leisten die Leasing-Gesellschaften die Anzahlung für ihre Leasing-Nehmer gegen entsprechende Absicherungen. Die Zinsen für die Anzahlungen können je nach Kundenwunsch bzw. Kundenbonität gesondert abgerechnet oder den Investitionskosten als Leasing-Bemessungsgrundlage zugerechnet werden.

Asset-Backed- Securities (ABS)

ABS ist eine Finanztransaktion, bei der die Mittel für die Unternehmensfinanzierung – auch von Leasing-Gesellschaften - durch die Emission von Wertpapieren (Securities) am Kapitalmarkt bereitgestellt werden. Diese Wertpapiere sind durch Finanzaktiva (Asset), wie z.B. Forderungen, unterlegt (Backed). Die Forderungen werden hierbei an eine eigens zu diesem Zweck gegründete Gesellschaft verkauft, welche sich am Kapitalmarkt refinanziert.

Auflösung von Leasing-Verträgen

Bei berechtigten und wirtschaftlich begründeten Fällen (z. B. bei Totalverlust des Leasing-Objektes) können Leasing-Verträge auch während der an sich unkündbaren Grundmietzeit vorzeitig aufgelöst werden. In der Regel sind dann Ausgleichszahlungen zu leisten.

Auskunftspflichten

Zur Beurteilung der Bonität des Leasing-Nehmers hat dieser die für die Leasing-Gesellschaft wichtigen Unterlagen über seine Vermögensverhältnisse auf Wunsch der Leasing-Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Hierzu gehören in Abhängigkeit vom Geschäft Selbstauskünfte, Handels- und Bankauskünfte sowie Jahresabschlüsse.

Bankauskunft

Bankauskünfte sind ein Baustein einer qualifizierten Bonitätsprüfung und werden von den Leasing-Gesellschaften bei den Hausbanken angefordert. Nicht im Handelsregister eingetragene Leasing-Nehmer erteilen vor Einholung der Auskunft hierzu ihre Zustimmung.

Banken-Leasing

Man spricht von Banken-Leasing, wenn eine Bank oder ein anderes Kreditinstitut seinen Kunden Leasing als Alternative zur Finanzierung einer Investition mit Kredit anbietet. Üblicherweise leitet das Kreditinstitut den Leasing-Antrag ihres Kunden an eine befreundete Leasing-Gesellschaft (mit/ohne Kapitalbeteiligung) zur Bearbeitung weiter Angebotswege im Leasing.

Bargain Purchase Option

Bei den Kriterien für die bilanzielle Zurechnung des Leasing-Objektes unter IAS/IFRS und US-GAAP spielt eine Rolle, ob dem Leasing-Nehmer eine Bargain Purchase Option eingeräumt wird. Darunter versteht man eine Kaufoption, deren Ausübungspreis deutlich unter dem für den Ausübungszeitpunkt zu erwartenden Marktwert des Leasing-Objekts liegt,
sodass von vornherein die Ausübung der Option als hinreichend sicher angesehen werden kann (Internationale Leasing-Bilanzierung).

Barwert

Dies ist der durch Abzinsung (Diskontierung) ermittelte Gegenwartswert zukünftig fälliger Zahlungen. Die Abzinsung macht Zahlungsströme mit unterschiedlichen Zahlungsterminen vergleichbar.

Barwert-Test (IAS/IFRS/US-GAAP)

Bei der Beurteilung von Leasing-Verhältnissen unter IAS/IFRS und US-GAAP kommt der Barwert- bzw. Recovery of Investment-Test zur Anwendung. Dabei wird der Barwert der vom Leasing-Nehmer während der gesamten Laufzeit zu leistenden Mindest-Leasing-Zahlungen (einschließlich eines eventuell garantierten Restwerts) zum Verkehrswert des
Leasing-Objekts im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ins Verhältnis gesetzt.

Basel III

Ein internationales Gremium von Bankenaufsichtsbehörden und Notenbanken erarbeitet in Basel neue Regeln für die Eigenkapitalanforderungen der Kreditinstitute. Im Wesentlichen geht es den Aufsichtsgremien darum, die Kapitalanforderungen an Kreditinstitute bei ihrer Kreditvergabe stärker als bisher vom individuellen Risiko abhängig zu machen. Für die Kunden der Kreditinstitute bedeutet dies, dass ihr die Finanzierungskosten bestimmendes
Kreditrisiko durch ein Rating ermittelt werden muss. Leasing verbessert die Bilanzrelationen des Leasing-Nehmers, was sich positiv auf dessen Rating auswirken kann. Leasing-Gesellschaften unterliegen indes selber für ihr Geschäft nicht den Regeln von Basel III.

Bestellung

Die Bestellung der Leasing-Objekte erfolgt durch die Leasing-Gesellschaft beim Lieferanten nach Annahme des Leasing-Antrags. Vor allem Leasing-Geber, die das Operating-Leasing betreiben, beschaffen sich die benötigten Wirtschaftsgüter durch direkte Bestellung nach ihren Vorstellungen. Das Leasing-Unternehmen kann auch in die bereits erfolgte Bestellung des Leasing-Nehmers zu den von diesem vereinbarten Einkaufsbedingungen eintreten.

Betreibermodell

Das Betreibermodell wurde im Rahmen der Nutzung des Leasings für kommunale Investitionen entwickelt. Bei diesem Modell werden Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb einer kommunalen Einrichtung auf einen privaten Vertragspartner übertragen.

Betriebsvorrichtungen

Als solche gelten nach der Rechtsprechung Gebäudebestandteile in einem Gewerbebetrieb, die einem vom Gebäude getrennten Zweck dienen. Sie können steuerrechtlich wie bewegliche Wirtschaftsgüter geleast werden. Betriebsvorrichtungen sind z. B. Lade- und Fördervorrichtungen, Lastenaufzüge, Ladeneinrichtungen, Hochregalläger.

Big-Ticket- Leasing

Leasing-Verträge mit hohen Wertvolumina werden als Big-Ticket- Verträge bezeichnet. Sie sind insbesondere im Immobilien- und Fonds-Leasing sowie im Großmobiliengeschäft (Schiffe, Flugzeuge etc.) anzutreffen.

Bilanzneutralität

Durch die Aktivierung des Leasing-Objektes beim Leasing-Geber – nicht jedoch in der Bilanz des Leasing-Nehmers – wird bei Letzterem die Bilanzneutralität erreicht (sog. Off-Balance-Effekt). Der Leasing-Nehmer verbucht die Leasing-Aufwendungen in seiner Gewinn- und Verlustrechnung als Betriebsausgaben. Im Anhang des Jahresabschlusses finden sich allerdings Hinweise auf eingegangene Leasing-Verpflichtungen.

Bonität

Die Leasing-Gesellschaft prüft vor Abschluss eines Leasing-Vertrages die Fähigkeit des Leasing-Nehmers, die verabredeten Leasing-Raten bezahlen zu können (Bonität des Leasing-Nehmers) und die Fähigkeit des Lieferanten, seine Liefer- und Gewährleistungsverpflichtungen erfüllen zu können (Bonität des Lieferanten). Beides ist für einen störungsfreien Verlauf des Leasing-Vertrages von zentraler Bedeutung.

Buchverluste/Buchgewinne

Während der Laufzeit eines Leasing-Vertrages stellt sich beim Leasing-Geber – u. a. wegen der Vertragsabschlusskosten und wegen abnehmender Zinskosten – typischerweise ein degressiver Aufwandsverlauf ein. Sofern gleich bleibende Leasing-Raten vereinbart sind, übersteigt in der Anfangsphase bei der Leasing-Gesellschaft der Aufwand die Leasing-Erträge, so dass Buchverluste entstehen. Diese werden im weiteren Verlauf sukzessive ausgeglichen, wenn nach Absinken des Aufwands unter die Höhe der Leasing-Erträge Buchgewinne entstehen.

Buchwert

Dies ist der Wert, mit dem das Leasing-Objekt zum jeweiligen Stichtag in der Bilanz des Leasing-Gebers ausgewiesen wird. Er ergibt sich im Regelfall aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der bis zum Stichtag angefallenen Abschreibungen.

Bürgschaften

Bei nicht ausreichender Kunden-, Objekt- und/oder Lieferanten-Bonität verlangen Leasing-Unternehmen Zusatz-Sicherheiten. Bürgschaften vom Gesellschafter, eines Dritten insbesondere eines Kreditinstituts oder des Lieferanten - diese gewähren häufiger Rücknahme- oder Verwertungsgarantien - werden bevorzugt vereinbart.

Buy-and- Lease

Eine im Immobilien-Leasing- Bereich verwendete Vertragsform, bei der die Leasing-Gesellschaft ein bereits bestehendes Objekt von einem Dritten erwirbt und an den Leasing-Nehmer verleast.

Capital Lease

Unter US-GAAP Bezeichnung für Finance Lease.

Cross-Border- Leasing

Mit dem Cross-Border- Leasing begann Anfang der 1980er Jahre das Auslandsgeschäft der deutschen Leasing-Wirtschaft. Dabei wird der Leasing-Vertrag von der inländischen Leasing-Gesellschaft direkt mit dem ausländischen Leasing-Nehmer abgeschlossen. Cross-Border-Leasing ist seit geraumer Zeit zugunsten des Domestic-Leasing rückläufig. Trotz Namensgleichheit darf es nicht mit dem US-Lease verwechselt werden.

Dauerschuldzinsen

Entgelte für bestimmte Arten längerfristigen Fremdkapitals, die bei der Ermittlung der gewerbesteuerlichen Bemessungsgrundlage des Kreditnehmers dem Gewinn zur Hälfte hinzugerechnet werden. Leasing-Raten sind keine Dauerschuldzinsen und mindern die gewerbesteuerliche Bemessungsgrundlage des Leasing-Nehmers folglich in voller Höhe.

Degressive Leasing-Raten

Hierunter versteht man die Vereinbarung von während der Vertragslaufzeit abnehmenden Leasing-Raten. Im Mobilien-Leasing wird dies in gewissen Grenzen auch steuerlich anerkannt. Im Immobilien-Leasing setzt die steuerliche Anerkennung voraus, dass die Leasing-Raten während der Vertragslaufzeit geändert werden können (z. B. im Zuge einer Konversion). Andernfalls sind die degressiven Raten für steuerliche Zwecke durch Bildung von Rechnungsabgrenzungsposten zu linearisieren.

Dienstwagen-/Firmenwagen- Leasing

Dienstwagen werden häufig geleast, oftmals im Rahmen von Full-Service oder Flottenverträgen. Die Überlassung eines Dienstwagens an Arbeitnehmer zur privaten Mitbenutzung unterliegt ebenso wie die private Nutzung eines Firmenwagens durch den Unternehmer der Einkommensteuerpflicht und zwar unabhängig davon, ob das Fahrzeug
gekauft oder geleast ist.

Domestic-Leasing

Beim Leasing werden zwei Formen des Auslandsgeschäftes unterschieden: Das Cross-Border-Leasing und das Domestic-Leasing. Beim Domestic-Leasing erfolgt der Vertragsabschluss zwischen dem ausländischen Leasing-Nehmer und einer im jeweiligen Land ansässigen Tochtergesellschaft des deutschen Leasing-Unternehmens. Die Präsenz vor
Ort bringt Vorteile bei der Bonitätsbeurteilung sowie der Kundenbetreuung und ermöglicht einen besseren Einblick in die Güter- und Finanzmärkte des Landes. Das Domestic-Leasing wächst seit Jahren zulasten des Cross-Border- Leasing.

Eigentum beim Mobilien-Leasing

Man unterscheidet das zivilrechtliche, sich an den Bestimmungen des BGB orientierende Eigentum und das wirtschaftliche Eigentum. Wenn ein anderer als der zivilrechtliche Eigentümer die tatsächliche Herrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Weise ausübt, dass er Letzteren im Regelfall für die gewöhnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung auf das Wirtschaftsgut ausschließen kann, gilt er als wirtschaftlicher Eigentümer, dem das
Wirtschaftsgut für steuerliche Zwecke zugerechnet wird. Die in der Praxis angebotenen Standard-Leasing- Verträge führen zu einer Zurechnung des wirtschaftlichen und zivilrechtlichen Eigentums beim Leasing-Geber.

Eintritt in die Bestellung

Häufig hat der potenzielle Leasing-Nehmer den Leasing-Gegenstand bereits vor Abschluss eines Leasing-Vertrages beim Lieferanten bestellt. In diesem Fall kann der Leasing-Geber nach Vertragsschluss in die Bestellung des Leasing-Nehmers eintreten, mit der Folge, dass dessen Rechte und Pflichten aus dem Kaufvertrag mit dem Lieferanten vollständig auf ihn übergehen. Voraussetzung für den Eintritt in die Bestellung ist die Zustimmung des Lieferanten.

Elektronikversicherung

Diese vormals Schwachstromversicherung genannte Versicherung wird vorwiegend für EDV-Systeme und Geräte der Bürokommunikation abgeschlossen, für Hardware, Software oder das ganze System. Die meisten Leasing-Unternehmen bieten diese Versicherung zu günstigen Konditionen an.

Endabrechnung

Eine Endabrechnung wird insbesondere bei Fahrzeug-KM- Verträgen vorgenommen. Dazu werden die tatsächlich gefahrenen Kilometer mit den vertraglich vereinbarten abgeglichen. Außerdem wird das Fahrzeug auf Verschleißzustand und Beschädigungen untersucht. Bei anderen Wirtschaftsgütern kann dann eine Endabrechnung vorgenommen werden, wenn der Zustand des Objekts schlechter ist als bei vertragsgemäßer Nutzung und Wartung zu erwarten gewesen wäre.

Ende des Leasing-Vertrages

Jeder Leasing-Vertrag endet mit Rückgabe des Objektes an die Leasing-Gesellschaft. Vor dem Ende eines Vertrages wird allerdings verhandelt, ob bei weiterer Nutzung des Objektes der Vertrag verlängert oder ob das Objekt an den Leasing-Nehmer oder einen Dritten verkauft werden soll. Es gibt Leasing-Verträge mit einem fest vereinbarten Laufzeit Ende oder mit automatischen Verlängerungen, die keiner besonderen Verhandlung bedürfen.

Facility-Management

Unter Facility-Management versteht man eine von Immobilien-Leasing- Unternehmen angebotene Dienstleistung rund um den Betrieb bestehender Gebäude. Sie umfasst das kaufmännische, technische und infrastrukturelle Gebäudemanagement.

Fälligkeit von Leasing-Raten

Nach Abnahme des Leasing-Objektes durch den Leasing-Nehmer beginnen die Vertragslaufzeit und die Verpflichtung des Leasing-Nehmers zur Zahlung von Leasing-Raten. Diese sind überwiegend monatlich, aber auch vierteljährlich im Voraus fällig. Die Zahlung erfolgt in der Regel durch Lastschrifteinzug.

Finance Lease

Leasing-Verhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum am Leasing-Objekt verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasing-Nehmer übergehen, werden unter IAS/IFRS als Finance Lease (unter US-GAAP als Capital Lease) bezeichnet. Dies wird anhand bestimmter Kriterien beurteilt (Internationale Leasing-Bilanzierung). Die bilanzielle
Zurechnung des Leasing-Objekts erfolgt beim Leasing-Nehmer, der das Objekt in seiner Bilanz aktiviert und abschreibt. Finance Lease darf nicht verwechselt werden mit deutschem Finanzierungs-Leasing, bei dem die bilanzielle Zurechnung regelmäßig beim Leasing-Geber erfolgt.

Finanzamt

Über die steuerliche Zurechnung eines Leasing-Gegenstandes entscheidet in Zweifelsfällen das für die Leasing-Gesellschaft zuständige Betriebsfinanzamt.

Finanzierungs-Leasing

Unter dem Begriff werden in Deutschland Verträge mit Mietvertragscharakter von mittel- oder langfristiger Dauer summiert, deren Grundmietzeit kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Leasing-Objektes und die auf die Vollamortisation des Leasing-Gegenstandes ausgerichtet sind. Finanzierungsleasing-Verträge, die in ihren Regelungen den Leasing-Erlassen entsprechen, führen zu einer Bilanzierung des Leasing-Objektes bei der
Leasing-Gesellschaft.

Flotten-Leasing

Vom Flotten-Leasing spricht man in der Regel, wenn ein Unternehmen mehr als zehn Kraftfahrzeuge least. Oftmals kommt hier auch das Full-Service- Leasing zur Anwendung. Hierbei übernimmt der Leasing-Geber den technischen Service und nicht selten die gesamte Administration des Fuhrparks (Fuhrparkmanagement). Gebräuchlich sind bei der Gestaltung der Konditionen das offene und das geschlossene Kalkulationssystem, die sich danach unterscheiden, ob eine Einzelkostenabrechnung erfolgt oder ob eine pauschale Abrechnung mit dem Leasing-Nehmer vereinbart ist.

Fonds-Leasing

Fonds-Leasing dient als Modell zur Finanzierung großvolumiger Investitionen. Eine für die Durchführung einer Leasing-Transaktion gegründete Fonds-Gesellschaft erwirbt den Leasing-Gegenstand und vermietet ihn an den Leasing-Nehmer. Die Refinanzierung dieser Fonds-Gesellschaft erfolgt u. a. über die Aufbringung privaten Eigenkapitals. Derartige Fonds sind darauf ausgerichtet, dem Leasing-Nehmer besonders günstige Finanzierungskonditionen zu
verschaffen.

Forfaitierung

Die Forfaitierung (echter Forderungsverkauf) ist eine Art der Refinanzierung von Leasing-Gesellschaften, bei der die Leasing-Gesellschaft die zukünftig fällig werdenden Forderungen aus einem Leasing-Vertrag an einen Dritten, häufig an ein Kredit-Institut, verkauft. Dabei haftet die Leasing-Gesellschaft nur für den Bestand und die Einredefreiheit der Forderung (Veritätshaftung); das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Leasing-Nehmers als Schuldner geht auf den Forderungskäufer über (Bonitätshaftung).

Full-Service- Leasing

Full-Service- Leasing liegt vor, wenn im Zusammenhang mit einem Leasing-Vertrag ein Servicevertrag abgeschlossen wird, der umfassende Dienstleistungen rund um das Leasing-Objekt beinhaltet. Weit verbreitet sind Full-Service- Leasing-Verträge im Fahrzeugbereich (z.B. Tankkarte, Wartung, Reparatur, Reifen usw.), im Büromaschinen- und EDV-Leasing (z. B. Wartung, Verbrauchsmaterialien etc.) sowie im Immobilien-Leasing (z.B. Facility- und
Baumanagement). Aber auch beim Maschinen-Leasing werden Dienstleistungsangebote der Leasing-Gesellschaften zunehmend nachgefragt.

Fungibilität

Fungibilität bedeutet im Leasing, dass das Leasing-Objekt ein rechtlich selbständiges Wirtschaftsgut sein muss, für das es eine Drittverwendungsfähigkeit geben muss. Drittverwendungsfähigkeit bedeutet, dass das Leasing-Objekt nicht so beschaffen sein darf, dass es nur von einem Einzigen, dem Leasing-Nehmer, wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden
kann.

Gap-Versicherung

Dies ist eine, vorzugsweise im Fahrzeug-Leasing- Bereich angebotene Versicherung, die ggf. entstehende Differenzen (englisch: Gap) zwischen Ablösewert und Wiederbeschaffungswert des Leasing-Objektes (z. B. Diebstahl, Totalschaden, Untergang) schließt.

Gesamtinvestitionskosten

Die Gesamtinvestitionskosten bilden die Grundlage für die Kalkulation der Leasing-Raten. Im Immobilien-Leasing umfassen sie die Anschaffungskosten des Grundstücks oder die Kosten der Bestellung des Erbbaurechtes an dem Grundstück und die Herstellungskosten des Gebäudes. Im Mobilien-Leasing sind es die  Anschaffungs-/Herstellungskosten zuzüglich eventueller Nebenkosten.

Grundmietzeit (Grund-Leasing- Zeit)

Die Grundmietzeit (sog. Grund-Leasing- Zeit) ist ein wesentliches Merkmal des Leasing-Vertrages. In dieser Zeit kann der Vertrag von keiner Partei gekündigt werden. Die unkündbare Grundmietzeit darf bei normalem Finanzierungs-Leasing 90 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Leasing-Objektes nicht übersteigen und 40 % nicht unterschreitet. Näheres regeln die Leasing-Erlasse.

Haftpflichtversicherung

Im Rahmen seiner Pflichten aus dem Leasing-Vertrag und seiner Haftung als Nutzer der Leasing-Objekte ist der Leasing-Nehmer regelmäßig vertraglich verpflichtet, die Objekte gegen alle dem Leasing-Geber erforderlich erscheinenden Risiken auf eigene Kosten zu versichern.

Hersteller-Leasing

Leasing-Gesellschaften von Herstellern haben die Aufgabe, den Absatz der Erzeugnisse des Herstellers zu unterstützen und sind in dessen Organisation sowie Absatzstrategie eingebunden Angebotswege im Leasing.

Herstellungskosten

Die für die Herstellung von Wirtschaftsgütern, ihre Erweiterung oder für die über den ursprünglichen Zustand hinausgehenden Verbesserungen anfallenden Aufwendungen werden als Herstellungskosten bezeichnet. Werden – wie im Immobilien-Leasing üblich – selbst erstellte Wirtschaftsgüter verleast, bilden die Herstellungskosten eine wesentliche
Ausgangsgröße für die Bemessung der Leasing-Raten.

Hire-Purchase

Englische Variante des Mietkauf.

Hundertprozentige Finanzierung

Leasing ermöglicht dem Leasing-Nehmer die uneingeschränkte Nutzung von Investitionsgütern ohne Einsatz von Eigenmitteln.

Immaterielle Wirtschaftsgüter

Über diese Güter, wie z. B. Software, Firmenwerte, Lizenzen und Patente, können keine klassischen Leasing-Verträge abgeschlossen werden. Hier kommen spezifische Vertragstypen mit leasing-vertragsähnlichen Elementen zum Einsatz.

Immobilien-Leasing

Von Immobilien-Leasing wird gesprochen, wenn der Gegenstand des Leasing-Vertrages ein unbewegliches Wirtschaftsgut ist. Zu den unbeweglichen Wirtschaftsgütern zählen Grundstücke und Grundstücksbestandteile (Gebäude, Betriebsvorrichtungen, komplette Produktions- und Versorgungsanlagen). Betriebsvorrichtungen werden ertragsteuerlich wie bewegliche Wirtschaftsgüter behandelt, auch wenn sie wesentliche Bestandteile des
Grundstücks sind.

Instandhaltung

Der Leasing-Nehmer wird regelmäßig vertraglich verpflichtet, das Leasing-Objekt laufend in ordnungsgemäßem gebrauchsfähigem Zustand zu halten, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchführen zu lassen sowie ggf. einen Wartungsvertrag abzuschließen. Die Kosten der Instandhaltung der Leasing-Objekte sind vom Leasing-Nehmer zu tragen.

Internationale Leasing-Bilanzierung

Die leasingbezogenen Regelungen der beiden wichtigsten internationalen Rechnungslegungssysteme IAS/IFRS und US-GAAP sind einander ähnlich, jedoch nicht inhaltsgleich. Die Zurechnung des Leasing-Objekts richtet sich im Grundsatz danach, inwieweit die mit dem Eigentum an dem Objekt verbundenen Chancen und Risiken vom
Leasing-Geber oder vom Leasing-Nehmer getragen werden. Das Leasing-Objekt wird bilanziell dem Leasing-Geber zugerechnet (sog. Operating Leasing), wenn folgendeVoraussetzungen erfüllt sind:

 

  • Es darf nicht vereinbart sein, dass am Ende der Laufzeit des Leasing-Vertrages dem Leasing-Nehmer das Eigentum an dem Leasing-Objekt übertragen wird (Transfer of Ownership).
  • Dem Leasing-Nehmer darf keine Kaufoption eingeräumt werden, deren Ausübungspreis deutlich unter dem für den Ausübungszeitpunkt zu erwartenden Marktwert des Leasing-Objekts liegt, sodass von vornherein die Ausübung der Option als hinreichend sicher angesehen werden kann (Bargain Purchase Option).
  • Die Laufzeit des Leasing-Vertrages darf sich nicht auf den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Leasing-Objekts erstrecken. Unter US-GAAP gilt diesbezüglich eine Laufzeitobergrenze von 75 % der wirtschaftlichen Nutzungsdauer (Economic Life). Letztere ist nicht mit der im deutschen Handels- und Steuerrecht maßgeblichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gleichzusetzen, sondern übertrifft diese regelmäßig.
  • Zu Beginn des Leasing-Vertrages muss der Barwert der vom Leasing-Nehmer während der gesamten Laufzeit zu leistenden Mindest-Leasing- Zahlungen (einschließlich eines garantierten Restwerts) den Verkehrswert des Leasing-Objektsunterschreiten (Recovery of Investment). Unter US-GAAP gilt diesbezüglich eine Barwertobergrenze von 90 % des Verkehrswertes. Unter IAS/IFRS wird zusätzlich verlangt, dass das Leasing-Objekt nicht so beschaffen ist, das es ohne wesentliche Veränderung nur von dem speziellen Leasing-Nehmer genutzt werden kann (d. h. es darf kein Spezial-Leasing vorliegen). Darüber hinaus erfolgt nach IAS/IFRS neben der Prüfung der vorstehenden Voraussetzungen zusätzlich eine Beurteilung des Gesamtbilds der Verhältnisse. Dabei können folgende Merkmale gegen eine Zurechnung des Leasing-Objekts beim Leasing-Geber (d. h. gegen das Vorliegen eines Operating Lease) sprechen:
  • Der Leasing-Nehmer kann das Leasing-Verhältnis auflösen, wobei er die damit verbundenen Verluste des Leasing-Gebers zu tragen hat.
  • Gewinne oder Verluste aus Schwankungen des Restwerts des Leasing-Objektes fallen dem Leasing-Nehmer zu.
  • Der Leasing-Nehmer hat die Möglichkeit, das Leasing-Verhältnis zu einer wesentlich unter der marktüblichen Miete liegenden Anschlussmiete zu verlängern. Werden die vorstehenden Kriterien für einen Operating Lease nicht erfüllt, so erfolgt die Zurechnung des Leasing-Objekts beim Leasing-Nehmer. Derartige Leasing-Geschäfte werden unter IAS/IFRS als Finance Lease, unter US-GAAP als Capital Lease bezeichnet.

Investitionsrisiko

Hierunter versteht man das mit jeder Investition verbundene Risiko, das eingesetzte Kapital und die erwartete Rendite nicht zu erwirtschaften. Beim herkömmlichen Finanzierungs-Leasing trägt dieses Risiko im Wesentlichen der Leasing-Nehmer, der gegenüber dem Leasing-Geber zur Vollamortisation verpflichtet ist. Demgegenüber trägt beim Operating-
Leasing der Leasing-Geber einen wesentlichen Teil des Investitionsrisikos, da er selbst die Vollamortisation durch die Nachverwertung des Leasing-Objektes sicherstellen muss.

Kalkulatorische Laufzeit

Leasing-Verträge mit Kündigungsmöglichkeit werden in der Regel auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und können vom Leasing-Nehmer nur zu vertraglich festgelegten Zeitpunkten gekündigt werden. Der erste Kündigungstermin liegt frühestens bei 40 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Bei der Berechnung der Leasing-Raten wird von einer
kalkulatorischen Laufzeit ausgegangen. Im Falle der Kündigung durch den Leasing-Nehmer vor Ablauf der kalkulatorischen Laufzeit sind Abschlusszahlungen, die von vornherein vereinbart sind, zu leisten.

Kaufoption

Bei Vollamortisationsverträgen im Mobilien-Leasing kann dem Leasing-Nehmer ein Optionsrecht eingeräumt werden, den Leasing-Gegenstand zu vorher festgelegten Bedingungen nach Ablauf der Grundmietzeit zu kaufen. Der Optionspreis entspricht dabei mindestens dem Restbuchwert bei linearer AfA bzw. einem ggf. niedrigeren Zeitwert zum
Ende der Grundmietzeit.

Kilometer-Leasing- Vertrag

Bei diesem Vertragstyp werden eine bestimmte Laufzeit des Leasing-Vertrages, eine bestimmte kalkulatorische Gesamtlaufleistung des Fahrzeuges und die Leasing-Rate vereinbart. Wird die Laufleistung unterschritten, erhält der Leasing-Nehmer in der Regel pro 1.000 Kilometer Minderleistung eine Vergütung. In dem umgekehrten Fall hat der Leasing-Nehmer regelmäßig einen Aufpreis zu zahlen. Nach Ablauf des Kilometer-Leasing- Vertrages ist das Fahrzeug an den Leasing-Geber zurückzugeben. Der Leasing-Geber trägt das Verwertungsrisiko sowie das Restwertrisiko. Der Leasing-Nehmer hat das Fahrzeug während der Vertragslaufzeit in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und ist zum Ausgleich eines etwaigen zustandsbedingten Fahrzeugminderwertes verpflichtet.

Kommunal-Leasing

Zum Kommunal-Leasing im engeren Sinne werden Leasing-Verträge mit Leasing-Nehmern gezählt, die zu dem Wirtschaftssektor „Staat“ gehören, d. h. Gebietskörperschaften, Zweckverbände und in einen öffentlich-rechtlichen Haushalt eingebundene Einrichtungen. Zum Kommunal-Leasing im weiteren Sinne werden darüber hinaus Leasing-Verträge mit privatrechtlich organisierten Gesellschaften gezählt, an denen öffentlich-rechtliche Körperschaften mehrheitlich beteiligt sind und die keine börsennotierten Aktiengesellschaften sind.

Konversion

Konversion bedeutet die Anpassung des der Kalkulation der Leasing-Raten zugrunde liegenden Zinssatzes an das zum Konversionszeitpunkt aktuelle Zinsniveau. Bei Immobilien und Großanlagen sowie beim Flugzeug-Leasing sind Zinskonversionen aufgrund langer Vertragslaufzeiten üblich. Dies gilt insbesondere, wenn die Investitionen in einer Phase hoher Zinsen durchgeführt und für die benötigten Finanzmittel eine im Vergleich zur Laufzeit des Leasingvertrages kürzere Zinsbindungsfrist vereinbart wurde.

Konzessionsmodell

Konzessionsmodelle kommen im Rahmen von Public Private Partnerships zum Einsatz. Dabei verpflichtet sich ein im Bereich der Privatwirtschaft angesiedelter Konzessionsnehmer, anstelle der öffentlichen Hand eine bestimmte Leistung entweder in Form einer Gebäudeerrichtung (Baukonzession) oder in Form einer Dienstleistung (Dienstleistungskonzession) gegenüber einem Dritten zu erbringen. Durch die Konzession räumt die öffentliche Hand dem Konzessionsnehmer im Gegenzug das Recht ein, die Kosten des Projekts durch ein von dem Drittnutzer zu entrichtenden Entgelt zu refinanzieren.

Kostenvergleich

Der Kostenvergleich einer Leasing-Investition mit einer kreditfinanzierten Eigeninvestition kann grundsätzlich nur individuell unter Berücksichtigung der jeweils gegebenen Prämissen beim Investor bzw. dem einzelnen Kunden durchgeführt und beurteilt werden. Dabei spielen insbesondere die kalkulatorische Verzinsung des bei der Eigen- bzw. Bankfinanzierung erforderlichen Eigenkapitalanteils, der Fremdkapitalzins sowie die Steuersituation, die
Abschreibungspraxis des Unternehmens und die vorgesehene Nutzungsdauer eine Rolle. Wegen der kontinuierlichen Zunahme zusätzlicher Serviceleistungen beim Leasing hat die früher häufigere Vergleichsrechnung heute kaum noch Bedeutung.

Laufzeit des Leasing-Vertrages

Auf die Gestaltung der Vertragslaufzeit nehmen die Leasing-Erlasse sowie die vom Leasing-Nehmer vorgesehene Nutzung des Leasing-Objektes Einfluss.

Leasing (Herkunft)

Das Wort Leasing ist von dem lateinischen "laxare" - lockern, lösen - abgeleitet, das in das altfranzösische "lais" und das heutige "laisser" (gestalten, erlauben) übergegangen ist. "Tolease" (vermieten, verpachten) wird am besten durch das Wort "mieten" erklärt.

Leasing-Antrag

Mit dem Leasing-Antrag erklärt der Leasing-Interessent seinen Willen auf Abschluss eines Leasing-Vertrages gegenüber dem Leasing-Geber. Der Antrag enthält Angaben zum Leasing-Nehmer, zum Leasing-Objekt, zu den Vertragsdetails und zu den Konditionen. Erst wenn der Leasing-Geber den Antrag annimmt, kommt ein Leasing-Vertrag zustande.

Leasing-Bemessungsgrundlage

Die Bemessungsgrundlage für die Leasing-Raten bestimmt sich nach den Anschaffungskosten bzw. nach den Herstellungskosten des Leasing-Gegenstandes. Nebenkosten, wie z. B. Überführungs- und Installationskosten können entweder in die Leasing-Raten einbezogen oder dem Leasing-Nehmer gesondert in Rechnung gestellt werden.

Leasing-Erlasse

Die vom Bundesministerium der Finanzen im Wege von Verwaltungsanweisungen veröffentlichten Leasing-Erlasse


- Vollamortisations-Erlass Mobilien-Leasing vom 19.04.1971
- Vollamortisations-Erlass Immobilien-Leasing vom 21.03.1972
- Teilamortisations-Erlass Mobilien-Leasing vom 22.12.1975
- Teilamortisations-Erlass Immobilien-Leasing vom 23.12.1991

regeln die Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums von Leasing-Objekten beim Leasing-Geber bzw. Leasing-Nehmer. Die Leasing-Erlasse bilden die steuerrechtliche Grundlage für das Leasing-Geschäft in Deutschland.

Leasing-Geber

Als Leasing-Geber wird die Leasing-Gesellschaft - nach dem Kreditwesengesetz (KWG) auch Finanzinstitut -, der "verleasende" Hersteller oder die selbst Leasing anbietende Bank bezeichnet, die das Leasing-Objekt dem Leasing-Nehmer zur Nutzung überlässt. Eine gleichartige Bedeutung hat der Begriff "Vermieter". Ist der Leasing-Geber rechtlicher und wirtschaftlicher Eigentümer des Leasing-Objektes, so erfolgt die steuerliche Zurechnung und die Bilanzierung des Leasing-Gegenstandes bei ihm.

Leasing-Nehmer

Der Leasing-Nehmer, als Vertragspartner des Leasing-Gebers, least ein leasingfähiges Wirtschaftsgut über eine bestimmte Grund-Leasing- Zeit. Er nutzt das Leasing-Objekt auf der Grundlage des Leasing-Vertrages, welches i.d.R. im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum des Leasing-Gebers steht. Das Leasing-Objekt ist beim Leasing-Nehmer
bilanzneutral und somit der Gewerbesteuer nicht unterworfen. In der Gewinn- und Verlustrechnung des Leasing-Nehmers sind die Leasing-Raten in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzbar. Ist der Leasing-Nehmer wirtschaftlicher Eigentümer nach Abgabenordnung (AO) § 39 sowie Leasing-Erlass 19.04.1971, so hat er das Wirtschaftsgut zu aktivieren. Der Leasing-Nehmer kann dann lediglich den Zins- und Kostenanteil als Betriebsausgabe geltend machen.

Leasing-Objekt

Das Leasing-Objekt ist Gegenstand des Leasing-Vertrages. Die wesentliche Voraussetzung dafür, dass ein Wirtschaftsgut ein Leasing-Objekt sein kann, ist dessen Fungibilität. Als Hauptkategorien von Leasing-Objekten unterscheidet man Mobilien-, Immobilien- sowie immaterielle Wirtschaftsgüter.

Leasing-Quote

Die Leasing-Quote ist der Anteil der Leasing-Investitionen an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen (ohne Wohnungsbau).

Leasing-Rechnung

Zu Beginn der Vertragslaufzeit wird regelmäßig eine gesonderte Leasing-Rechnung (sog. Dauerrechnung) über die zukünftig ratierlich fälligen Leasing-Zahlungen von der Leasing-Gesellschaft an den Leasing-Nehmer erteilt. Möglich ist aber auch die Verwendung des Leasing-Vertrages als Leasing-Rechnung.

Leasing-Sonderzahlung

Leasing-Sonderzahlungen kommen insbesondere im (privaten) Kfz-Leasing häufiger vor. Sie werden vom Leasing-Nehmer regelmäßig bei Vertragsbeginn zusammen mit der ersten Leasing-Rate gezahlt und mindern die zukünftigen Leasing-Raten. Sonderzahlungen werden im Rahmen des Risikomanagements der Leasing-Gesellschaften eingesetzt, um einen möglichen Ausfall zu verringern.

Leasing-Vermögen

Leasing-Objekte sind in der Bilanz der Leasing-Gesellschaft als Leasing-Vermögen aktiviert. Sie werden zunächst mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und dann über die Laufzeit planmäßig abgeschrieben.

Leasing-Vertragsarten

Grundsätzlich wird zwischen Vollamortisations- und Teilamortisationsverträgen unterschieden. (Ausprägungen dieser beiden Gruppen von Verträgen sind unter den einzelnen Stichwörtern beschrieben.)

Leasing–Motive

Leasing ermöglicht Investitionen ohne den Einsatz von Eigenkapital. Nach dem „Pay-as- you-earn-Prinzip“ lassen sich die vereinbarten Leasing-Raten aus den erwirtschaften Erträgen aus der Nutzung des Investitionsobjektes bestreiten. Dadurch schont Leasing die Liquidität, lässt bestehende Kreditlinien unberührt und führt zu einer entsprechenden Erweiterung des unternehmerischen Handlungsspielraums. Leasing-Objekte sind Eigentum des Leasing-
Gebers, der sie deshalb in seiner Bilanz führt. Diese Bilanzneutralität beim Leasing-Nehmer führt zu einer deutlichen Verbesserung wichtiger Bilanzrelationen, insbesondere der Eigenkapitalquote. Die Kostenbelastung durch Leasing-Raten ist über die gesamte fest vereinbarte Grundmietzeit sicher kalkulierbar. Da Leasing von vornherein eine zeitliche
Befristung vorsieht, können veraltete Investitionsobjekte schneller und einfacher durch neue, dem technischen Fortschritt folgende, ersetzt werden.

Lieferung

Bei ordnungsgemäßer und vollständiger Lieferung der vertragsgemäßen und funktionstüchtigen Leasing-Objekte bestätigt der Leasing-Nehmer dies durch Unterschrift in einer Abnahmebestätigung. Die Leasing-Gesellschaft zahlt bei Vorlage der vom Leasing-Nehmer unterzeichneten Abnahmebestätigung die Rechnung des Lieferanten.

Maschinenbruchversicherung

Für die Erhaltung der Funktionstüchtigkeit der Leasing-Objekte ist der Leasing-Nehmer verantwortlich. Zur Reduzierung von Risiken sehen Leasing-Verträge über Industrie- und Produktionsmaschinen in der Regel vor, die Objekte gegen Maschinenbruch auf Kosten des Leasing-Nehmers zu versichern. Diesbezüglich unterstützen Leasing-Gesellschaften häufig ihre Kunden.

Mehr- / Mindererlösausgleich

Verträge mit Mehr-/Mindererlösausgleich sind eine im Mobilien-Leasing verbreitete Variante des Teilamortisationsvertrages. Bei Teilamortisationsverträgen wird nur ein Teil der Anschaffungs-/Herstellungskosten durch die während der Grundmietzeit gezahlten Leasing-Raten amortisiert; es bleibt ein nicht amortisierter Restwert offen. Zum Ausgleich dieses Restwerts wird das Leasing-Objekt nach Ablauf der Grundmietzeit am Markt verkauft. Wird
dabei ein Mehrerlös erzielt, so wird dieser regelmäßig zwischen Leasing-Nehmer und Leasing-Geber aufgeteilt. Der Teilamortisationserlass erlaubt eine Beteiligung des Leasing-Nehmers am Mehrerlös bis zu maximal 75 %, ohne dass dadurch die Zurechnung des Leasing-Objektes beim Leasing-Geber gefährdet wird. Im Falle eines Mindererlöses muss
dieser vollständig vom Leasing-Nehmer ausgeglichen werden.

Mieterdarlehen

Das Mieterdarlehen ist Bestandteil einer Variante des Teilamortisationsvertrages im Immobilien-Leasing. Dabei setzt sich die vom Leasing-Nehmer während der Grundmietzeit zu erbringende Gesamtleistung einerseits aus den Leasing-Raten und andererseits aus Zahlungen zum Aufbau eines Mieterdarlehens zusammen. Letztere entsprechen dem über die Amortisation des Leasing-Objektes in der Vertragslaufzeit hinausgehenden Teil der Gesamtleistung. Sie werden beim Leasing-Geber als Verbindlichkeit gegenüber dem Leasing-Nehmer passiviert. Wenn der Leasing-Nehmer nach Ablauf der Grundmietzeit das Ankaufsrecht an dem Objekt zum Restwert ausübt, wird das Mieterdarlehen mit dem
Ankaufspreis verrechnet. Verzichtet der Leasing-Nehmer auf die Ausübung des Ankaufsrechts, so erhält er das Mieterdarlehen vom Leasing-Geber zurückerstattet.

Mietkauf

Beim Mietkauf räumt der Mietverkäufer dem Mietkäufer das Recht ein, die Mietkaufsache innerhalb einer bestimmten Frist zu einem vorher bestimmten Preis zu erwerben, wobei die bis dahin gezahlten Mieten auf den Kaufpreis angerechnet werden. Anders als im Finanzierungs-Leasing erfolgt beim Mietkauf die Aktivierung der Mietkaufsache sofort beim Mietkäufer.

Nebenkosten

Nebenkosten erhöhen den reinen Kaufpreis des Leasing-Objektes und umfassen z. B. Gebühren und Entgelte für Drittleistungen, Installations- und Einweisungskosten etc. Sie werden vom Leasing-Nehmer entweder unmittelbar oder durch Einbeziehung in die Leasing-Bemessungsgrundlage über die Leasing-Raten getragen.

Nebenkosten

Nebenkosten erhöhen den reinen Kaufpreis des Leasing-Objektes und umfassen z. B. Gebühren und Entgelte für Drittleistungen, Installations- und Einweisungskosten etc. Sie werden vom Leasing-Nehmer entweder unmittelbar oder durch Einbeziehung in die Leasing-Bemessungsgrundlage über die Leasing-Raten getragen.

Neubau-Leasing

Im Gegensatz zum sale and lease back und zum buy and lease wird beim Neubau-Leasing die Leasing-Immobilie vom Leasing-Geber auf einem zuvor von ihm erworbenen Grundstück errichtet.

Null-Leasing

Null-Leasing ist eine wettbewerbsrechtlich umstrittene Angebotsform, bei der die Summe der Leasing-Zahlungen dem ausgewiesenen Listenpreis des Leasing-Objekts entspricht.

Nutzungsdauer

Investitionsgüter des Anlagevermögens unterliegen der technischen, wirtschaftlichen und zeitlich bedingten Abnutzung. Sie können somit nur für eine bestimmte Dauer genutzt werden. Die darauf aufbauenden Abschreibungszeiten sind in den amtlichen AfA-Tabellen ("Absetzung für Abnutzung") festgelegt. Die in den AfA-Tabellen angegebene
Nutzungsdauer dient als Anhaltspunkt für die Beurteilung der Angemessenheit der steuerlichen Absetzung für Abnutzung (AfA). Sie orientiert sich an der tatsächlichen Nutzungsdauer eines unter üblichen Bedingungen arbeitenden Betriebes. Eine glaubhaft gemachte kürzere Nutzungsdauer kann der AfA zugrunde gelegt werden. Bei besonders
intensiver Nutzung eines Wirtschaftsgutes, z. B. durch Mehrschichtbetrieb, kann die Nutzungsdauer verkürzt werden. Die betriebsindividuell festgestellte Nutzungsdauer bildet den Rahmen für die möglichen Laufzeiten eines Leasing-Vertrages (40 %-/90 %-Regel).

Objektgesellschaft

Im Immobilien- und Großmobilien-Leasing werden in der Regel für jedes Objekt eigenständige Objektgesellschaften gegründet. Die Objektgesellschaft ist wirtschaftlicher und rechtlicher Eigentümer und Vermieter des Leasing-Objekts. Sie übernimmt die komplette Leasing-Geberfunktion von der Anschaffung/Errichtung über die Finanzierung und Vermietung bis hin zur Verwertung des Objektes.

Objektprüfung

Die Objektprüfung ist für die Risikobeurteilung bei der Entscheidung über Leasing-Engagements von zentraler Bedeutung. Der Leasing-Geber hat ein elementares Interesse, möglichst werthaltige und fungible Objekte zu verleasen.

Operating-Leasing

Die unter IAS/IFRS und US-GAAP gebräuchliche Bezeichnung für Leasing-Verhältnisse, die nach bestimmten Klassifizierungskriterien (Internationale Leasing-Bilanzierung) nicht als Finance bzw. Capital Leases anzusehen sind, ist Operating Lease. Bei diesen Leasing-Geschäften wird das Leasing-Objekt dem Leasing-Geber zugerechnet, der es in seiner Bilanz aktiviert und abschreibt. Nach deutschem Verständnis steht dieser Begriff allgemein für Leasing-Verträge, bei denen der Leasing-Geber das Risiko der Vollamortisation trägt. Die Vollamortisation tritt hier erst durch nachfolgende Leasing-/Mietzeiten oder Objektverwertungen ein. Dieser Sektor ist gegenwärtig verstärkt im IT- und PKW-Leasing-
Bereich anzutreffen.

Outsourcing

Leasing-Gesellschaften bieten ihren Kunden zahlreiche die Investitionsfinanzierung ergänzende Services an, das bis zum kompletten Outsourcing reicht. Am gebräuchlichsten ist die Auslagerung des Flottenmanagement. Outsourcing bringt auch Kostenvorteile gegenüber selbstverwalteten Fuhrparks mit sich.

Progressive Leasing-Zahlung

Werden zwischen Leasing-Gesellschaft und Leasing-Nehmer progressive Leasing-Raten vereinbart, ergibt sich eine progressive Kostenbelastung beim Leasing-Nehmer. Entsprechend wird der Ertragsanfall bei der Leasing-Gesellschaft in die Zukunft verlagert.

Public Private Partnership

Unter Public Private Partnership (PPP) versteht man die Kooperation von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand bei der Realisierung öffentlicher Investitionsvorhaben, insbesondere im Infrastrukturbereich. Angestrebt wird dabei die Realisierung von Effizienzvorteilen, die sich erfahrungsgemäß in einer Größenordnung von 10 bis 25 % der Gesamtkosten bewegen können. Im Idealfall werden bei der Konzeption von PPP-Projekten alle Phasen einer
Investition – Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb (einschließlich Instandhaltung) und Verwertung – simultan betrachtet und für eine Beteiligung des privaten Sektors erschlossen. Die mit dem Projekt verbundenen Risiken werden zwischen den beteiligten öffentlichen und privaten Partnern sachgerecht nach dem Grundsatz aufgeteilt, dass derjenige Partner ein bestimmtes Teilrisiko zu tragen hat, der es am besten beeinflussen bzw. managen kann. Im Rahmen eines Wirtschaftlichkeitsvergleichs ist für den Einzelfall nachzuweisen, dass PPP im Vergleich zur herkömmlichen Beschaffung tatsächlich die wirtschaftlichere Realisationsvariante darstellt.

Quartalszahlung

Leasing-Raten können quartalsweise aber auch monatlich gezahlt werden. In der Regel erfolgt bei der monatlichen Zahlweise ein Aufschlag für den Leasing-Nehmer.

Reparaturen

Wie im Falle des Kaufes hat auch bei Finanzierungs-Leasing- Verträgen der Leasing-Nehmer alle notwendigen Reparaturen und Erhaltungsarbeiten an den Leasing-Objekten durchzuführen. Hierzu werden ihm eventuelle Gewährleistungs-, Nacherfüllungs- und Produkthaftungsansprüche des Leasing-Gebers (als Käufer und Eigentümer des Leasing-Objektes) gegenüber dem Lieferanten/Hersteller abgetreten.

Restwert

Als Restwert wird der tatsächliche oder kalkulierte Wert des Leasing-Objektes nach Ablauf oder vorzeitiger Auflösung des Leasing-Vertrages bezeichnet. Im Wesentlichen sind drei Arten von Restwerten bekannt:


a) Buchtechnischer Restwert: Dies ist der Restbuchwert, der sich nach den buchhalterischen Bestimmungen zum Zeitpunkt der Beendigung des Leasing-Vertrages für das Leasing-Objekt in der Bilanz ergibt.


b) Kalkulierter Restwert: Beim kalkulierten Restwert gehen Leasing-Nehmer und Leasing-Geber davon aus, dass nach Ablauf der vereinbarten Grundmietzeit das Leasing-Objekt noch einen bestimmten Restwert hat, der sich aus der vereinbarten Nutzung unter Berücksichtigung der zukünftigen Marktpreisentwicklung ergibt.


c) Marktwert: Der Marktwert ist der tatsächliche Wert eines Wirtschaftsgutes, der bei der jeweiligen Marktlage zum Zeitpunkt der Veräußerung erzielt werden kann.

Rückgabepflicht

Nach Beendigung des Leasing-Vertrages hat der Leasing-Nehmer das Leasing-Objekt an den Leasing-Geber zurückzugeben. Der Leasing-Geber ist nach wie vor juristischer Eigentümer des Leasing-Objektes. Kommt der Leasing-Nehmer dieser Pflicht nicht nach, kann die Leasing-Gesellschaft weiterhin Zahlungen der Leasing-Raten sowie ggf. auch zusätzlich Schadensersatz verlangen.

Sach- und Preisgefahr

Der Leasing-Geber hat als Käufer und Eigentümer von Leasing-Objekten die Sach- und Preisgefahr (bspw. alle Gefahren des zufälligen Unterganges, des Abhandenkommens, des Totalschadens, des Wegfalls der Gebrauchsfähigkeit, der Beschädigungen sowie merkantiler Wertminderungen) zu tragen. Der Leasing-Geber überträgt im Rahmen des Leasing-Vertrages die Sach- und Preisgefahr gemäß den vertraglichen Bedingungen regelmäßig auf den Leasing-Nehmer. Grund hierfür ist, dass ausschließlich der Leasing-Nehmer das von ihm ausgesuchte bzw. für ihn gefertigte Objekt nutzt und auf dieses allein tatsächlichen Einfluss hat.

Sachmängel

Eine Sache ist (kaufrechtlich) frei von Sachmängeln, wenn sie – vereinfacht ausgedrückt - beim Gefahrübergang auf den Leasing-Nehmer die nach dem Kaufvertrag zwischen Leasing-Geber und Lieferant/Händler vereinbarte Beschaffenheit hat. Im Falle von Sachmängeln stehen dem Leasing-Nehmer aufgrund der Abtretung der Nacherfüllungs- und Gewährleistungsrechte des Leasing-Gebers entsprechende Ansprüche gegenüber dem Lieferanten/Händler zu.

Sale-and-lease-back

Beim Sale-and-lease-back-Vertrag kauft die Leasing-Gesellschaft das Leasing-Objekt vom künftigen Leasing-Nehmer und verleast es diesem anschließend wieder zurück. Dadurch erzielt der Leasing-Nehmer einen Liquiditätszufluss, verbessert die Bilanzkennzahlen und optimiert die Bilanzstruktur. Hierdurch könnten u. U. auch stille Reserven mobilisiert werden.

Sicherheiten

Grundsätzlich dient dem Leasing-Geber das Leasing-Objekt als Sicherheit. Je nach Risikoeinschätzung können Zusatzsicherheiten vereinbart werden. Hierzu zählen z. B. Kautionen, Bürgschaften und Garantien.

Sicherungsbestätigung

Mit einer Sicherungsbestätigung informiert eine Versicherungsgesellschaft den Versicherungsnehmer bzw. Leasing-Geber darüber, dass ein bestimmtes Leasing-Objekt einen bestimmten Versicherungsschutz hat. Üblicherweise erhält der Leasing-Geber nach einer Sicherungsbestätigung dafür einen Sicherungsschein.

Sicherungsschein

Der Sicherungsschein legt fest, wem Leistungen eines Versicherers im Schadensfall an einem Leasing-Objekt zustehen. Regelmäßig werden Sicherungsscheine vom Versicherer auf den Leasing-Geber als Objekteigentümer ausgestellt. Der Inhaber des Sicherungsscheins kann die Rechte aus dem Versicherungsvertrag geltend machen.

Small-Ticket- Leasing

Vom Small-Ticket- Leasing wird gesprochen, wenn Wirtschaftsgüter mit kleinen Investitionsvolumina im Rahmen von Leasing-Verträgen genutzt werden. Dies kommt häufig im Vertriebs-Leasing von Computern und IT-Objekten vor.

Software-Leasing

Gegenstand eines Leasing-Vertrages können auch Computerprogramme (Software) sein. Bei dem Software-Leasing erwirbt der Leasing-Geber vom Lieferanten nicht „Eigentum“ an der Software, sondern ein im Einzelfall näher zu beschreibendes Nutzungsrecht, das er dem Leasing-Nehmer im Rahmen des Leasing-Vertrages zur Nutzung überlässt. Das von dem Leasing-Geber zu erwerbende Recht muss in diesen Fällen zumindest „eigentumsähnlich“ ausgestaltet sein und das Recht zur Vermietung der Software an den Leasing-Nehmer beinhalten. Software kann gemeinsam mit Hardware oder – soweit sie wirtschaftlich selbständig nutzungsfähig ist – auch alleine Gegenstand eines Leasing-Vertrages sein.

Sonderzahlung

Leasing-Sonderzahlungen kommen insbesondere im (privaten) Kfz-Leasing häufiger vor. Sie werden vom Leasing-Nehmer regelmäßig bei Vertragsbeginn zusammen mit der ersten Leasing-Rate gezahlt und mindern die zukünftigen Leasing-Raten. Sonderzahlungen werden im Rahmen des Risikomanagements der Leasing-Gesellschaften eingesetzt, um einen möglichen Ausfall zu verringern.

Spezial-Leasing

Wenn ein Leasing-Objekt so auf die speziellen Erfordernisse eines einzigen Leasing-Nehmers zugeschnitten ist, dass es nur von diesem wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann, liegt Spezial-Leasing vor. In diesen Fällen erfolgt die steuerliche Zurechnung des Leasing-Objektes beim Leasing-Nehmer.

Teilamortisation

Teilamortisation bedeutet, dass der Leasing-Nehmer mit den während der unkündbaren Grundmietzeit des Leasing-Vertrages geleisteten Zahlungen die Gesamtkosten des Leasing-Gebers (Anschaffungs-/Herstellungskosten, Nebenkosten, Finanzierungskosten) nur zum Teil deckt. Zur Sicherstellung der erforderlichen vollen Amortisation der Kosten bei Vertragsende stehen unterschiedliche vertragliche Vereinbarungen zur Verfügung (Amortisation).

Totalschaden

Für einen Totalschaden und andere Beschädigungen des Leasing-Objekts hat im Mobilien-Leasing der Leasing-Nehmer einzustehen, in dessen alleiniger Verfügungsgewalt sich das Leasing-Objekt während der Dauer des Leasing-Vertrages befindet. Der Leasing-Nehmer hat daher das Objekt regelmäßig angemessen zu versichern.

Umdeutung

Von (steuerlicher) Umdeutung spricht man, wenn die Finanzverwaltung bei der Prüfung der steuerlichen Zurechnung des Leasing-Objekts zu einem anderen Ergebnis gelangt als von Leasing-Geber und Leasing–Nehmer angestrebt wird. So kann beispielsweise eine abweichende Einschätzung hinsichtlich des Vorliegens von Spezial-Leasing dazu führen, dass die Finanzverwaltung das Leasing-Objekt bei einem ansonsten erlasskonformen Vertrag dem Leasing-Nehmer anstatt dem Leasing-Geber zurechnet.

Umtausch

Wenn ein Leasing-Objekt während der Dauer des Leasing-Vertrages gegen ein anderes ausgetauscht werden soll, z. B. um geänderten betrieblichen oder technischen Anforderungen des Leasing-Nehmers Rechnung zu tragen, kommt es zur sog. Umtauschabrechnung. Auf den Ablösebetrag wird der Verwertungserlös des zurückgegebenen Leasing-Objektes angerechnet. Über das neue Leasing-Objekt wird ein neuer Leasing-Vertrag mit neuer Laufzeit abgeschlossen.

Untergang

Der Untergang des Leasing-Objekts kann z. B. durch Unfall, Brand, Blitz-Stromschlag o. ä. Schadensereignisse verursacht werden. Im Mobilien-Leasing trägt der Leasing-Nehmer die Gefahr des Untergangs; er ist vertraglich verpflichtet, das Leasing-Objekt angemessen zu versichern. Reicht im Schadensfall die Versicherungsleistung nicht aus, um den Barwert der noch ausstehenden Leasing-Raten sowie eines kalkulierten Restwertes zu decken, hat der Leasing-Nehmer für den Differenzbetrag aufzukommen.

Untervermietung

Der Leasing-Nehmer ist zur Untervermietung der von ihm geleasten Objekte nur mit Zustimmung der Leasing-Gesellschaft berechtigt. Die Untervermietung birgt für den Leasing-Geber zusätzliche Risiken. Daher wird der Leasing-Geber seine Zustimmung regelmäßig von der Bonität des Leasing-Nehmers und des Untermieters sowie ggf. von zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen, beispielsweise direkten Mietzahlungen des Untermieters an den Leasing-Geber, abhängig machen.

US-Lease

Hierunter ist eine steuerliche Gestaltung zu verstehen, die es u. a. deutschen Kommunen in der Vergangenheit ermöglichte, von US-amerikanischen Steuervergünstigungen zu profitieren. Nach einer entsprechenden Gesetzesänderung in den USA sind derartige Geschäfte zukünftig nicht mehr möglich. Bei US-Leases wurden kommunale Infrastruktureinrichtungen (z. B. Klärwerk, U-Bahn- Netz) an amerikanische Investoren vermietet und sofort wieder zurückgemietet. Die vertragliche Bindung der Kommunen erstreckte sich in der Regel auf 20 bis 30 Jahre. Die Kommune blieb weiterhin Eigentümerin des Objektes und konnte es weiterhin nutzen. Der US-amerikanische Fiskus gewährte den Investoren Steuervorteile, die zu einem bestimmten Teil der Kommune zugutekamen und durch entsprechende Ausgestaltung der gegenseitigen Zahlungsverpflichtungen zu einem sofortigen Liquiditätszufluss führten. US-Leases werden oft mit Cross-Border- Leasing gleichgesetzt, haben jedoch mit Finanzierungs-Leasing deutscher Prägung – egal ob grenzüberschreitend oder nicht - nichts zu tun.

Veräußerungserlös/Verwertungserlös

Der Veräußerungserlös des Leasing-Gegenstandes steht grundsätzlich dem Leasing-Geber als Eigentümer zu. Für den Teil des Veräußerungserlöses, der die Restamortisation übersteigt, können zwischen Leasing-Geber und Leasing-Nehmer Vereinbarungen über die Aufteilung des Mehrerlöses getroffen werden (Mehr-/Mindererlösausgleich). Bei
Teilamortisationsverträgen darf der Anteil des Leasing-Nehmers maximal 75 % dieses Mehrerlöses ausmachen. Beim kündbaren Leasing-Vertrag dürfen maximal 90 % des Verwertungserlöses auf die vom Leasing-Nehmer zu leistende Abschlusszahlung im Falle einer Kündigung angerechnet werden.

Verität

Verkauft ein Leasing-Geber zukünftige Forderungen aus Leasing-Verträgen an ein Kreditinstitut (sog. Forfaitierung), so haftet er beim regresslosen Forderungsverkauf gegenüber dem Käufer nur für den rechtlichen Bestand der Forderung, d. h. diese muss frei von Einreden zum Zeitpunkt des Verkaufes und während der Dauer der Leasing-Zeit sein. Er haftet hingegen nicht für die Bonität des Leasing-Nehmers.

Verkehrswert

Der Verkehrswert (sog. gemeine Wert) entspricht dem Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei seiner Veräußerung zu erzielen ist. Dieser Wert ist üblicherweise anzusetzen, wenn ein Leasing-Nehmer nach Ablauf eines Leasing-Vertrages das Leasing-Objekt vom Leasing-Geber kaufen möchte.

Verlängerungsoption / Verlängerungsvertrag

Sollte der Leasing-Nehmer das Leasing-Objekt zum Ende der Laufzeit nicht zurückgeben, verlängert sich der Leasing-Vertrag automatisch. Jede Partei hat dann das Recht zur Kündigung.

Vermieterpfandrecht

Ein Vermieter hat für seine Forderungen aus dem (Grundstücks-, Raum-) Mietverhältnis ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Mieters. Das Pfandrecht besteht indes nur für im Alleineigentum des Mieters stehende Sachen. Zum lastenfreien Eigentumserwerb durch Leasing-Unternehmen beim Sale-and- lease-back ist es erforderlich, dass der Vermieter des Wohn- oder Geschäftsraumes gegenüber dem Leasing-Unternehmen auf sein Vermieterpfandrecht verzichtet.

Versicherungen

Im Interesse aller Vertragsbeteiligten sind Leasing-Objekte ausreichend zu versichern. Hierzu wird der Leasing-Nehmer regelmäßig in den Allgemeinen Leasing-Bedingungen auch vertraglich verpflichtet. Manche Leasing-Gesellschaften bieten ihren Kunden individuelle Lösungen zum Thema Versicherung an. Die Zahlung der Versicherungsprämien obliegt
regelmäßig dem Leasing-Nehmer.

Vertragsprüfung

Vor der Entscheidung über die Annahme eines Leasing-Vertrages prüft die Leasing-Gesellschaft den Antrag des Leasing-Nehmers auf Ordnungsmäßigkeit, Vollständigkeit und Plausibilität. Dazu gehört auch, ob die gewählte Vertragslaufzeit zur AfA-Zeit des Leasing-Objektes, der vorgesehenen Intensität der Nutzung und einem ggf. vereinbarten Restwert passt. Die Prüfung der Leasing-Fähigkeit des Objektes gehört ebenfalls, wie die Bonitätsprüfung des Leasing-Nehmers sowie die Prüfung des Lieferanten, zur Vertragsprüfung.

Vollamortisation

Vollamortisation liegt vor, wenn die Gesamtinvestitionskosten des Leasing-Gebers einschließlich seiner Zins- und Verwaltungsaufwendungen sowie seines Gewinns durch die fest vereinbarten Leasing-Zahlungen abgedeckt werden. Beim deutschen Finanzierungs-Leasing garantiert der Leasing-Nehmer dem Leasing-Geber die Vollamortisation. Bei
Vollamortisationsverträgen geschieht dies allein durch die fest vereinbarten Leasing-Zahlungen während der Grundmietzeit, bei Teilamortisationsverträgen zusätzlich über den vom Leasing-Nehmer garantierten Restwert. Vgl. auch Teilamortisation.

Vollkasko

Im Kfz-Leasing wird von Leasing-Gesellschaften u. a. der Abschluss einer Vollkaskoversicherung durch den Leasing-Nehmer verlangt. Die Versicherungsgesellschaft stellt zugunsten der Leasing-Gesellschaft einen Sicherungsschein aus.

Voranfrage / Vorprüfung

Besonders im Vertriebs-Leasing sind schnelle Entscheidungen von Leasing-Gesellschaften wichtig. Daher reichen die Hersteller/Händler bei größeren Investitionen zuweilen Voranfragen ein, damit die Leasing-Gesellschaften die Prüfung von Kundenbonität und Objektqualität vornehmen kann. Dadurch werden der Vertragsabschluss des Lieferanten erleichtert und die Vertragsabwicklung beschleunigt.

Widerrufsrecht/Widerrufsbelehrung

Ist der Leasing-Nehmer Verbraucher, so kann er innerhalb einer zweiwöchigen Frist einen Leasing-Vertrag widerrufen. Die Leasing-Gesellschaft muss den Verbraucher über sein diesbezügliches Widerrufsrecht belehren. Im Falle des Widerrufes durch den Verbraucher wird der Leasing-Vertrag rückabgewickelt: Der Leasing-Nehmer hat das Leasing-Objekt zurückzugeben. Der Leasing-Geber muss gezahlte Raten an den Leasing-Nehmer erstatten. Für den Gebrauch des Leasing-Objektes steht dem Leasing-Geber eine Nutzungsentschädigung zu.

Zinsfestschreibung

Gegen eine Gebühr kann der Leasing-Nehmer den Zinssatz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festschreiben lassen und somit das Zinsänderungsrisiko für den Zeitraum zwischen Annahme des Leasing-Antrages und der Lieferung (Beginn der Vertragslaufzeit) ausschließen. Während der Laufzeit sind die Leasing-Raten in der Regel ohnehin fest
vereinbart.

Zubehörhaftung

Als Zubehör werden bewegliche Sachen bezeichnet, die ohne Bestandteile der Hauptsache zu sein, dort dem wirtschaftlichen Zweck der Hauptsache zu dienen bestimmt sind und zur Hauptsache in einem dieser Bestimmung entsprechenden räumlichen Verhältnis stehen. Eine Hypothek auf ein Grundstück erstreckt sich beispielsweise auch auf das Zubehör, soweit es im Eigentum des Grundstückseigentümers steht. Beim Leasing kann es in erster Linie bei Sale
and lease back zur Zubehörhaftung kommen. In diesen Fällen benötigt der Leasing-Geber die Freigabe-Erklärung eines evtl. Hypothekengläubigers, um lastenfreies Eigentum erwerben zu können.